Il piacere della vita

LEBENSGENUß

Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder,
Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz,
Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder,
Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz.
Noch tröstet mich mit süßer Augenweide
Der blaue Himmel und die grüne Flur,
Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude,
Die jugendliche, freundliche Natur.
Getrost! Es ist der Schmerzen wert, dies Leben
Solang uns Armen Gottes Sonne scheint
Und Bilder bessrer Zeit um unsre Seele schweben
Und, ach, mit uns ein freundlich Auge weint.

§

Ancora ritorna in me la dolce primavera
ancora non invecchia il mio cuore infantilmente allegro
ancora scorre la rugiada dell’amore giù dall’occhio mio
ancora vivono in me il piacere e il dolore della speranza.
Ancora mi consolano con dolce incanto
il cielo blu e la verde campagna,
la divina mi porge la coppa dell’ebbrezza,
la gentile, giovane natura.
Fiducioso! Vale i dolori, questa vita
fino a quando per noi miseri il sole di Dio splende
e immagini di un tempo migliore si librano intorno alla nostra anima,
e ahimè, un occhio gentile piange con noi.

FRIEDRICH HÖLDERLIN

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Published in: on aprile 17, 2016 at 07:00  Lascia un commento  

Ogni giorno percorro…

WOHL GEH’ ICH TÄGLICH…

Wohl geh’ ich täglich andere Pfade, bald
Ins grüne    im Walde, zur Quelle bald,
Zum Felsen, wo die Rosen blühen,
Blicke vom Hügel ins Land, doch nirgend,

Du Holde, nirgend find ich im Lichte dich
Und in die Lüfte schwinden die Worte mir,
Die frommen, die bei dir ich ehmals
(…)

Ja, ferne bist du, seeliges Angesicht!
Und deines Lebens Wohllaut verhallt, von mir
Nicht mehr belauscht, und ach! wo seid ihr
Zaubergesänge, die einst das Herz mir

Besänftiget mit Ruhe der Himmlischen ?
Wie lang ist’s, o wie lange! der Jüngling ist
Gealtert, selbst die Erde, die mir
Damals gelächelt, ist anders worden.

Leb immer wohl! es scheidet und kehrt zu dir
Die Seele jeden Tag, und es weint um dich
Das Auge, daß es helle wieder
Dort wo du säumest, hinüberblicke.

§

Ogni giorno percorro altri sentieri, ora

Nel verde   nel bosco, ora alla fonte,
Alla rupe, dove fioriscono le rose, guardo
Dal colle la campagna, ma in nessun luogo

Amata, in nessun luogo nella luce ti trovo
E nelle brezze si perdono le mie parole,
Le devote, che un tempo accanto a te

(…)
.
Sì, sei lontana volto beato! E l’armonia
Della tua vita si spegne via da me
Non più udita e ah!, dove siete voi
Magici canti che un tempo il cuore
 .
Mi placaste con la quiete degli dèi?
Quanto tempo è passato, quanto tempo!
Il fanciullo è invecchiato e anche la terra
Che allora mi sorrideva s’è mutata.
 .
Per sempre addio! Si stacca e torna a te
Ogni giorno l’anima e per te piange
L’occhio, affinchè limpido
Torni a guardare là dove tu indugi.
.
FRIEDRICH HÖLDERLIN
Published in: on ottobre 18, 2015 at 07:35  Comments (2)  

L’autunno

DER HERBST

Die Sagen, die der Erde sich entfernen,
Vom Geiste, der gewesen ist und wiederkehret,
Sie kehren zu der Menschheit sich, und vieles lernen
Wir aus der Zeit, die eilends sich verzehret.
Die Bilder der Vergangenheit sind nicht verlassen
Von der Natur, als wie die Tag’ verblassen
Im hohen Sommer, kehrt der Herbst zur Erde nieder,
Der Geist der Schauer findet sich am Himmel wieder.
In kurzer Zeit hat vieles sich geendet,
Der Landmann, der am Pfluge sich gezeiget,
Er siehet, wie das Jahr sich frohem Ende neiget,
In solchen Bildern ist des Menschen Tag vollendet’
Der Erde Rund mit Felsen ausgezieret
Ist wie die Wolke nicht, die Abends sich verlieret,
Es zeiget sich mit einem goldnen Tage,
Und die Vollkommenheit ist ohne Klage.

§

Le saghe che si allontanano dal mondo,
Dallo spirito che è stato e che ritorna,
Tornano all’umanità, e molto impariamo
Dal tempo, che in gran fretta si consuma.
Le immagini del passato non abbandona
La natura, così come i giorni sbiadiscono
In piena estate, torna sulla terra l’autunno,
Lo spirito delle piogge torna in cielo.
In breve tempo molto ha avuto fine,
Il contadino, che all’aratro appare,
Vede, che l’anno volge al lieto termine,
In tali quadri si compie il giorno umano.
Il cerchio della terra abbellito di rocce
Non è come la nube, che a sera si perde,
Si mostra insieme a un giorno dorato
E la perfezione è senza lamento.

FRIEDRICH HÖLDERLIN

Published in: on dicembre 22, 2014 at 07:33  Comments (3)  

Al mattino

DES MORGENS

Vom Taue glänzt der Rasen; beweglicher
Eilt schon die wache Quelle; die Buche neigt
Ihr schwankes Haupt und im Geblätter
Rauscht es und schimmert; und um die grauen

Gewölke streifen rötliche Flammen dort,
Verkündende, sie wallen geräuschlos auf;
Wie Fluten am Gestade, wogen
Höher und höher die Wandelbaren.

Komm nun, o komm, und eile mir nicht zu schnell,
Du goldner Tag, zum Gipfel des Himmels fort!
Denn offner fliegt, vertrauter dir mein
Auge, du Freudiger! zu, solang du

In deiner Schöne jugendlich blickst und noch
Zu herrlich nicht, zu stolz mir geworden bist;
Du möchtest immer eilen, könnt ich,
Göttlicher Wandrer, mit dir! – doch lächelst

Des frohen Übermütigen du, daß er
Dir gleichen möchte; segne mir lieber dann
Mein sterblich Tun und heitre wieder
Gütiger! heute den stillen Pfad mir.

§

Brilla di rugiada il prato; più vivace
Già corre la sorgente desta; il faggio
inclina il capo incerto e tra le foglie
mormora e brilla; e intorno a grigie nubi

Rosse fiamme si allungano, annunciando,
Senza rumore si levano in onde;
Come flutti alla riva, le cangianti,
Alte si levano, sempre più alte.

Vieni ora, sali, e non troppo presto,
Giorno dorato, al vertice del cielo!
Perchè più aperto e confidente vola
A te il mio occhio, beato! fino a quando

Giovane nella tua bellezza guardi
E troppo splendido e orgoglioso ancora
Per me non sei; sempre vorresti andare
Lo potessi io con te, viandante dio!

Ma tu sorridi del lieto spavaldo,
Che vorrebbe eguagliarti; benedici
invece il mio mortale agire e ancora
Benigno! allieta il mio muto sentiero

FRIEDRICH HÖLDERLIN

Published in: on giugno 21, 2013 at 07:26  Lascia un commento  

Metà della vita

HÄLFTE DES LEBENS

Mit gelben Birnen hänget

und voll mit wilden Rosen

das Land in den See,

ihr holden Schwäne,

und trunken von Küssen

tunkt ihr das Haupt

ins heilignüchternes Wasser.

Weh mir,  wo nehm’ ich, wenn

es Winter ist, die Blumen, und wo

den Sonnenschein

und Schatten der Erde?

Die Mauern stehn

sprachlos und kalt, im Winde

klirren die Fahnen.

§

Con le sue pere gialle

e le sue rose selvatiche

la natura si riflette nel lago,

voi cari cigni ebbri di baci

immergete il vostro capo

nell’acqua sacra e pura.

Oh misero me, dove prendo, quando

è inverno, i fiori, e dove il raggio di sole,

e l’ombra della Terra?

I muri si ergono

senza parole e freddi, nel vento

stridono i vessilli.

FRIEDRICH HÖLDERLIN

Published in: on dicembre 15, 2009 at 07:31  Comments (3)  
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